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Zinsproblem - Lösungen

"Der Zins ist  nicht das Problem, sondern der Zinseszins."
Margrit Kennedy

Zinsgegner lehnen Zinsen ab, weil sie eine Ausbeutung der Arbeitenden durch die Besitzenden bewirken. Zinsbefürworter argumentieren, Zinsen sollten sogar möglichst hoch sein, um die Geldbesitzer zum Verleihen von Geld zu motivieren.

Die Lösung des Zinsproblems wird dadurch erschwert, daß nicht nur die Zinsgegner, sondern auch die Zinsbefürworter Recht haben. Einerseits sind Zinsen unmoralisch und lassen das System kollabieren (mehr). Andererseits wird (im bisherigen System) niemand Geld verleihen, wenn es keine Zinsen gibt.

Das eigentliche Problem: Extreme Vermögensanhäufung


Gegner und Befürworter des Zinssystems verkennen jedoch: Nicht der Zins ist das eigentliche Problem, sondern die Anhäufung extrem großer Vermögen in den Händen weniger.

vermoegensverteilung in Deutschland 2007
Besonders bedenklich ist auch der Trend: Der Vermögensanteil der winzigen Oberschicht steigt, während der Vermögensanteil der breiten Masse der Bürger sinkt. In Drucksache 13/7828 vom 04.06.1997 stellte der Deutsche Bundestag auf Seite 5 fest:
"Die Verteilung des Vermögens ist immer ungerechter geworden."
  • 1% der Haushalte besaßen 23% des Volksvermögens.
  • 50% besaßen 2,5%.
Auf dem Bild/Video links sehen Sie die aktuelle Situation in Deutschland: Die oberen 10% besitzen mittlerweile 2/3 des Volksvermögens (rd. 4 Billionen €), und die untere Hälfte so gut wie nichts.

Eine solche ständige Vermögensanhäufung ist erstens aus mathematischen Gründen zum Scheitern verurteilt, zweitens zerreißt es unsere Gesellschaft - in Deutschland und auch global. Der größte Skandal unserer sogenannten Zivilisation liegt darin, daß eine winzige Oberschicht absurd hohe Vermögen besitzt, während gleichzeitig weltweit
  • täglich rd. 24.000 Menschen verhungern
  • alle 5 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren an Armut stirbt
  • ca. 3 Milliarden Menschen von weniger als 2 € am Tag leben müssen
  • ca. 2 Milliarden Menschen über keine Elektrizität verfügen
  • ca. 2,6 Milliarden Menschen über keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügen
  • ca. 2,4 Milliarden Menschen nicht einmal eine medizinische Basisversorgung besitzen
  • die 48 Staaten mit den 600 Millionen ärmsten Menschen der Welt zusammen weniger besitzen als die 3 reichsten Menschen der Welt
(Quellen u.a.: attac, Globalisierung - Daten und Fakten) - sehr lesenswert!

Ein drittes gewaltiges Problem ist die Tatsache, daß die winzige Oberschicht ihre finanzielle Macht einsetzt, um weltweit politische Entscheidungen zu ihren Gunsten zu kaufen - auch in Deutschland.

Es führt also im Sinne der Selbsterhaltung und Genesung der menschlichen Zivilisation kein Weg daran vorbei, diese extreme Ungleichheit und die extremen Vermögen auf ein akzeptables Maß abzubauen.

Lösungsmöglichkeiten

Wir sehen vor allem 4 Lösungsmöglichkeiten, um das Zinsproblem und das Problem des Auseinanderreißens zwischen Arm und Reich zu lösen:
  1. Ein minimaler Kreditbedarf (mehr)
  2. Vermögensbeschränkungen bei Immobilien und Unternehmensbeteiligungen (mehr)
  3. Währungsreformen (mehr)
  4. theoretisch, aber nicht praktisch: Umlaufgesichertes Geld (mehr)
Falls Sie weitere Ideen haben, senden Sie sie bitte an unsere Post- oder Mailadresse, die Sie im Impressum finden.