Antworten auf die häufigsten Fragen - FAQ
2. Löst der angebliche Aufschwung das Problem?
3. Wie kann das Bandbreitenmodell die Arbeitslosigkeit komplett beseitigen?4. Ist das
Konzept rechtlich zulässig?
6. Ist das Modell kompliziert und schwer umsetzbar?
7. Kann man kann Unternehmen zwingen, überflüssige Mitarbeiter einzustellen?
8. Gäbe es dann nur noch deutsche Produkte zu kaufen?
9. Würde der Welthandel zurückgehen, sobald andere Länder das System kopieren?
12. Der Arbeitsmarkt dreht sich also um 180° in ein Arbeitnehmer-Paradies?
13. Wie kann man einen Arbeitnehmermangel vermeiden?
14. Wie kann man hohe Gehälter in Branchen zahlen, deren Preisniveau zu gering ist?
15. Steigen durch die höhere Umsatzsteuer und die zusätzlichen Mitarbeiter die Preise?
16. Kann man das heutige Steuer- und Sozialversicherungssystem beibehalten?
17. Wie finanziert sich das Gesundheitssystem ohne Kassenbeiträge?
18. Werden Innovationen und Automation durch das Bandbreitenmodell aufgehalten?
19. Warum ist das Bandbreitenmodell weder kapitalistisch noch sozialistisch?
20. Wie hoch ist die Lohnquote heute und im Vergleich dazu im Bandbreitenmodell?
21. Gäbe es noch einen Sozialstaat?
22. Was bedeutet der Name "Bandbreitenmodell"?
23. Warum heißt das zugrunde liegende Buch "Die Geldlawine"?
24. Wer trägt die Kosten des Bandbreitenmodells?
25. Wäre die EU mit dem Bandbreitenmodell einverstanden?
1.
Warum wird die Arbeitslosigkeit auf Dauer immer
weiter steigen?
Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:ArbeitsloseBRD.PNG
sieht man, wie sich die Arbeitslosigkeit langfristig entwickelt. In
wellenartigen Stufen steigt der Sockel der Arbeitslosigkeit immer
weiter an,
verharrt einige Jahre auf ähnlichem Niveau und sinkt
kurzzeitig jedes Mal ein
wenig, um anschließend weiterzusteigen. Dafür gibt
vor allem 5 Ursachen:
- Kostendruck durch den Wettbewerb in einer ungezügelten Marktwirtschaft
- Automation
- Ewige Produktivitätssteigerungen
- Globaler Wettbewerb bei Lohn, Bildung und Produktivität
- Mismatch zwischen Arbeitgeber-Bedarf und Arbeitnehmer-Qualifikation
2.
Löst der angebliche Aufschwung das Problem?
Nein. Obwohl
die Wirtschaft stetig wächst und die Zahl der
sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs
seit Jahren leicht steigt, sinkt
die
Zahl der Vollzeitjobs - also der
„echten“ Arbeitsplätze - erheblich. Zudem
sinken die Gehälter bei ständig
steigender Einkommenssteuer. Gehaltssteigerungen –
sofern es sie überhaupt
gab – lagen bei den unteren
80% der Arbeitnehmer unter
der
Preissteigerung.
3.
Wie
kann das Bandbreitenmodell die Arbeitslosigkeit
komplett beseitigen?
Durch ein
Bündel von Maßnahmen, von denen drei besonders
wichtig sind: Erstens die Abschaffung aller Steuern, mit Ausnahme der
Umsatzsteuer. Deutschland würde also durch steuerfreie Gewinne
und Einkommen
zur Steueroase, während eine höhere Umsatzsteuer die
öffentlichen Haushalte finanziert
und entschuldet sowie die Sozialsysteme teilweise unterstützt.
Zweitens die
vollständige Abschaffung der Lohnnebenkosten. Beide
Maßnahmen bewirken auch,
daß alle Arbeitnehmer ihr Bruttogehalt als Nettogehalt
erhalten. Dies allein
würde über 60% mehr Kaufkraft und einen
entsprechenden Umsatzboom bedeuten.
Aber das reicht bei weitem nicht, um das Problem der Arbeitslosigkeit
zu lösen,
weil sie die Ursache nicht beseitigen.
Das kann nur
die dritte Maßnahme – die Einführung des
„Bandbreitenmodells“.
Dabei werden sämtliche privatwirtschaftlichen
Arbeitsplätze finanziell belohnt.
Je nachdem, wie viele Inlandsmitarbeiter im Verhältnis zum
Inlandsumsatz ein
Unternehmen beschäftigt, erhält es
„Arbeitsplatzprämien“. Diese
Prämien werden
nicht ausbezahlt, sondern mit einer sehr hohen Umsatzsteuer verrechnet,
wodurch
der tatsächliche Satz der Umsatzsteuer auf einen niedrigen
Wert sinken kann.
Die Arbeitsplatzprämien kosten den Staat keinen Cent.
Die
Arbeitsplatz-vernichtende Gesetzmäßigkeit wird also
umgedreht, die besagt: Je weniger Mitarbeiter (im Verhältnis
zum Umsatz)
bezahlt werden, desto niedriger können Verkaufspreise sein.
Stattdessen lautet
die Regel des Bandbreitenmodells (bis zu einer vordefinierten Grenze):
Je mehr
Inlands-Mitarbeiter (im Verhältnis zum
Inlands-Umsatz) bezahlt werden, desto niedriger können die
Inlands-Verkaufspreise
sein.
Unternehmen
werden daher Menschen auf die Gehaltslisten
setzen, die sie überhaupt nicht benötigen, um sie von
der Umsatzsteuer
abzusetzen und dadurch ihre Produkte möglichst
preisgünstig verkaufen zu
können. Dabei werden sie ihnen bei niedrigen Arbeitszeiten
hohe Gehälter
zahlen. Produkte von Unternehmen, die zu wenige Mitarbeiter (im
Verhältnis zum
Umsatz) bezahlen, sind aufgrund hoher Mehrwertsteuersätze
nahezu unverkäuflich.
Kurz gesagt:
Wer in einem Land
Waren verkaufen will, muß im gleichen Land
entsprechend viele gut bezahlte Arbeitsplätze bieten.
Umsätze und Beschäftigung
werden regional verknüpft.
Es
ist ein faires Geschäft zwischen Konsumenten und Unternehmen.
Und der Arbeitsmarkt
wird vollkommen immun gegen die globale Lohnkostenkonkurrenz und
Rationalisierungen/Automation.
4.
Ist das Konzept rechtlich zulässig?
Desweiteren
urteilte das Bundesverfassungsgericht am 21.06.2006
(Aktenzeichen 2 BvL 2/99), daß der Gesetzgeber einen weiten
Spielraum hat,
verschiedene Gruppen von Steuerzahlern ungleich zu behandeln. Zitat:
„Diese
Ungleichbehandlung ist mit dem gesetzgeberischen Ziel zu rechtfertigen,
die
Position des Wirtschaftsstandorts Deutschland im internationalen
Wettbewerb zu
verbessern. Die Förderungs- und Lenkungsziele haben
hinreichendes Gewicht... Insoweit
ist hervorzuheben, daß der Gesetzgeber innerhalb seines
Gestaltungsspielraums
bei der wirtschaftspolitischen … Instrumentenwahl von einem
dringenden
Handlungsbedarf ausgehen und sich … entscheiden
durfte.“
Steuern
an
Bedingungen zu knüpfen ist nichts Neues. Eine
Bedingung ist z.B. der Standort. Wohnen Sie in Flensburg, unterliegen
Sie dem
deutschen Steuersystem. Verlagern Sie Ihren Wohnsitz 3 Km
nördlich nach
Dänemark, befinden Sie sich in einem reichlich anderen
Steuersystem mit höheren
Umsatzsteuern, wobei auf Pkws sogar eine Steuer von bis zu 180%
aufgeschlagen
wird. Auch innerhalb Deutschlands ist der Satz der Mehrwertsteuer von
Bedingungen abhängig, nämlich von Art bzw. Verwendung
des Produkts. Für den
Verkauf eines Esels verlangt das Finanzamt 19% Mehrwertsteuer,
für einen
Maulesel 7%. Islandmoos kostet 7%
MwSt., isländisches Moos
19%. Für
Oliven, die "durch längeres Mazerieren in Salzlake unmittelbar
genußfähig
gemacht sind", definierte das Bundesfinanzministerium 7% MwSt., werden
die
Oliven dagegen "lediglich vorläufig
in Salzlake haltbar gemacht", will das Bundesfinanzministerium 19%
haben.
Kommt der Kaffee aus einem Automaten, enthält er 19%, bereitet
man sich den
Kaffee selbst zu, enthält er 7% MwSt. Auf Dill zahlt man 7%
Mehrwertsteuer, auf Basilikum 19%. Begründung des
Bundesfinazministeriums: Basilikum ist nicht nur ein Lebensmittel (7%),
sondern zusätzlich ein Heilkraut (19%)...
Essen
Sie Ihren Burger bei McDonalds, sind 19% Umsatzsteuer fällig.
Essen sie den Bürger vor der Tür oder zu Hause, sind nur 7%
fällig. Liefert ein
Friedhofsgärtner die Bepflanzung eines Grabes,
sind 7% fällig, pflanzt er sie auch ein, sind es 19%.
Briefmarken enthalten 0%
MwSt., Schnittblumen 7% und Topfblumen 19%. Bei Adventskränzen
gilt "je
grüner der Kranz, desto geringer die Steuer". Der
Bundesfinanzhof machte
den Steuersatz eines "malt beer base" davon abhängig, wie das
Getränk
schmeckt.
Die
Umsatz-/Mehrwertsteuer hängt also reichlich
willkürlich von
Fragen ab wie "eßbar oder nicht", "drinnen oder draußen gegessen", "vorübergehend
oder dauerhaft
haltbar", "aus dem Kaffeeautomaten oder nicht", "haben
Pflanzen eine Wurzel oder sind sie abgeschnitten", "Geschmack",
usw. Auch andere Steuern sind an Bedingungen geknüpft. Die
Höhe der
Einkommenssteuer hängt neben der Höhe des Einkommens
und der Zahl der Kinder
u.a. davon ab, ob sie mit oder ohne Trauschein zusammenleben oder ob
die
Steuerpflichtigen genug Geld für Steuersparmodelle verdienen.
Die Gewerbesteuer
hängt von der Stadt ab, in
der die Buchhaltung eines
Unternehmens sitzt,
während die Körperschaftssteuer vom Staat
abhängt, in der die Buchhaltung sitzt. Auch z.B. die
Vergnügungssteuer hängt
vom Standort ab.
Mit dem
Bandbreitenmodell findet nicht einmal eine solch zulässige
Ungleichbehandlung statt, da alle Unternehmen vollkommen gleich
behandelt
werden. Wie hoch der Umsatzsteuersatz ihrer Produkte ist, haben die
Unternehmen
selbst in der Hand.
Auch die
Verknüpfung von Steuersätzen mit
Arbeitsplätzen und
Löhnen gibt es bereits, und zwar bei der Erbschaftssteuer, die
bei der
Vererbung von Unternehmen anfällt. So bleiben nach der
Erbschaftssteuer- reform
2008 85% des Unternehmenswertes steuerfrei, wenn der Steuerpflichtige
den
Betrieb mindestens 15 Jahre weiter betreibt und dabei die Lohnsumme 10
Jahre
lang nicht unter 70% der Lohnsumme fällt, die zum Zeitpunkt
des Erblassens
ausbezahlt wurde.
Noch näher am Bandbreitenmodell liegt der Entschluß von US-Präsident Obama am 28.01.2010,
Steuer- erleichterungen für Unternehmen anzubieten. Einzige
Bedingung für das Steuergeschenk: Zusätzliche
Arbeitsplätze. Das heißt: Steuersätze werden an die
Beschäftigung gekoppelt - ähnlich wie beim Bandbreitenmodell.
5.
Wie funktioniert das Konzept konkret?
Ein Beispiel:
Die Automobilkonzerne wollen/müssen
zigtausende Menschen entlassen. Das Bandbreitenmodell würde
sie dazu bringen,
zigtausende Menschen einzustellen – die sie
überhaupt nicht brauchen. Bei der
Volkswagen AG werden lt. Presseberichten mittelfristig wahrscheinlich
50.000 Menschen
ihren Arbeitsplatz verlieren. 2003 erzielte Volkswagen mit 107.195
Mitarbeitern
einen Inlandsumsatz von 17,3 Mrd. €. Das sind 6,2
„Mitarbeiter
pro Umsatzmillion“.
Darauf aufbauend kann der
Gesetzgeber ein Ziel definieren, für dessen Erreichung es eine
Belohnung gibt,
und zwar die „Arbeitsplatzprämie“,
die mit
der Umsatzsteuer verrechnet wird.
Die Umsatzsteuer läge für alle Automobilhersteller
bei einer Obergrenze von 80%
(für weniger als 6 „Mitarbeiter pro
Umsatzmillion“) und einer Untergrenze von
35% (ab 8 „Mitarbeiter pro Umsatzmillion“).
Dazwischen gibt es Abstufungen. Wer
also weniger als 6 „Mitarbeiter pro Umsatzmillion“
hat, dessen Autos sind durch
80% Umsatzsteuer kaum noch verkäuflich. Wenn Volkswagen 31.093
vollkommen
überflüssige Mitarbeiter oder Auszubildende
zusätzlich einstellt, sinkt die
Umsatzsteuer eines jeden Volkswagen auf 35%. Ford
müßte rd. 14.000 überflüssige
Mitarbeiter einstellen, Audi 14.464 und BMW 6.124, um auf 35%
Umsatzsteuer zu
kommen (alle Zahlen beziehen sich auf 2003). Importeure wie Toyota und
Renault
hätten die Wahl: Entweder beschäftigen Sie
proportional zum Inlandsumsatz
inländische Mitarbeiter oder sie geben den deutschen Markt auf
(siehe Frage 7).
6. Ist das Modell kompliziert und schwer umsetzbar?
Nein. Das
gesamte Steuerrecht paßt auf 3 Seiten.
Im Gegenzug entfallen 118
Steuergesetze, 96.000 Steuerverordnungen und ein Berg aus
Finanzgerichtsurteilen.
Die
Bürger müssen überhaupt nichts mehr
über das
Steuersystem wissen. Für Bürger gibt es keine
Steuererklärungen. Unternehmen
geben lediglich einmal monatlich eine Umsatzsteuererklärung
ab. Das einzige,
was Unternehmen von der Steuer absetzen können, sind
Arbeitsplätze, und die
einzigen Menschen, die die 3 o.g. Seiten Steuerrecht kennen
müssen, sind
Geschäftsführer, Vertriebsleiter und Buchhalter. Der
Aufwand läge bei jährlich
1 Minute pro Produktgruppe (sofern in ihren Branchen die
Umsatzsteuersätze
überhaupt nach Produktgruppen differenziert werden). In den
Stammdaten der
Warenwirtschaftssoftware wird per Mausklick in Sekunden der
Umsatzsteuersatz
aktualisiert, und das war’s. Deshalb kann man das
Steuersystem auch binnen 4
Wochen bundesweit gegen das bisherige austauschen. Die steuerrechtliche
und
steuertechnische Zeitverschwendung entfällt.
Das ganze
Konzept ist wie ein Uhrwerk. Auf nur 9 Seiten wird
die Funktion des Uhrwerks anhand von leicht nachvollziehbaren
Beispielen
ausführlich erklärt, so daß es jeder
interessierte Laie versteht. Die
Prinzipien sind simpel, und für den Benutzer sind die
Ergebnisse so einfach
abzulesen wie die Uhrzeit.
7.
Kann
man Unternehmen zwingen,
überflüssige
Mitarbeiter einzustellen?
Niemand wird gezwungen. Z.B. Toyota kann seine Autos problemlos aus Ungarn importieren. Nur erhält Toyota keine Arbeitsplatzprämien, wenn es nicht genügend inländische Mitarbeiter beschäftigt und muß seine Autos mit 80% statt 35% Umsatzsteuer verkaufen. Volkswagen, Ford und Opel werden sich über jeden Mitbewerber freuen, der überteuerte Autos anbietet, und dessen Marktanteile übernehmen.
8.
Gäbe es dann nur noch deutsche Produkte zu kaufen?
Aber
nein.
Jedes ausländische Unternehmen hat unbeschränkten
Zugang zum deutschen Markt. Für Unternehmen ist
es eine simple Kosten-Nutzenrechnung. Im deutsche
Binnenmarkt liegt das
Marktvolumen (Summe aller umsatzsteuerpflichtigen Umsätze) lt.
Pressemitteilung
Nr. 105/2007 des Statistischen Bundesamtes bei über
5.148 Mrd. € (eine
Aufschlüsselung nach Branchen finden Sie in der Tabelle
unter www.bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen).
Damit
ist Deutschland der nach den
USA nach
wie vor der zweitattraktivste Absatzmarkt der Welt ist (Japan ist
protektionistisch
abgeschottet und daher uninteressant, wachsende angebliche
"Zukunftsmärkte" wie China sind ebenfalls
hochprotekionistisch).
Betrachten
wir es wieder aus Sicht eines Automobilherstellers. In
Deutschland wurden z.B. 2007 Kraftfahrzeuge im Wert von
124 Mrd. € (netto)
verkauft. Preisfrage: Lohnt es sich, zusätzliche Mitarbeiter
einzustellen (was alle anderen Wettbewerber auch tun
müssen, um
wettbewerbsfähig zu sein) und möglichst viel von den
124 Mrd. € Marktvolumen einzusammeln?
Jeder
Unternehmensvorstand und Vertriebsleiter wird diese Frage bejahen.
Für Hersteller fast aller Branchen rentiert es sich, in
Deutschland zu investieren und
Fertigungen/Endmontagen
in Deutschland aufbauen (selbst bei Produkten, deren Produktion als
nicht zurückholbar
gilt, wie z.B. Textilien, Möbel, Haushaltsgeräte,
Unterhaltungselektronik und
Spielwaren).
Desweiteren
bleibt der
Lohnkostenanteil durch den Mehrumsatz und die Abschaffung der
Lohnnebenkosten (siehe zweiter Absatz bei Frage 15)
in einem niedrigen Rahmen. In personalintensiven Branchen wird er sogar
sinken (siehe Frage
15).
9.
Würde der Welthandel zurückgehen, sobald andere
Länder das System kopieren?
Jein. Der
grenzüberschreitende Handel wird erheblich
zurückgehen, jedoch durch den nationalen Handel mehr als
überkompensiert, weil
die Konsumenten in allen Ländern, die die das Konzept der
Strategiepartei
umsetzen, erheblich mehr Kaufkraft erhalten. Insgesamt würde
das Handelsvolumen
drastisch steigen. Extrem sinken würde allerdings der
Transportverkehr mitsamt
allen Belastungen für Umwelt und Verkehrswege. Desweiteren
würden alle
Nationen, die das Konzept umsetzen, durch die Entflechtung der
Weltwirtschaft
weitestgehend unabhängig von Krisen anderer Länder.
Sogar, wenn z.B. die
überschuldete US-Wirtschaft zusammenfiele, hätte das
auf Deutschland keine
Auswirkungen.
10.
Würden die Unternehmen die
Belegschaftszahlen aufblasen, indem sie die Arbeit in Minijobs zerlegen?
Im Gegenteil.
Es wird keine schlecht bezahlten Minijobs mehr
geben, weil es Arbeitsplatzprämien
nur für 4
Beschäftigungsmodelle gibt:
Erstens maximal 1.200 Jahresstunden
Arbeitszeit bei mindestens 40.000
€
Jahresgehalt, zweitens max. 600
Stunden jährlich für mindestens 32.000 €,
drittens „abwesende Arbeitnehmer“
mit Null Stunden Arbeit für
mindestens
24.000 € jährlich und viertens Auszubildende.
Wenn auch nur ein einziger Angestellter 1.201 Stunden im Jahr arbeitet,
entfallen alle Arbeitsplatzprämien für das gesamte
Unternehmen. Das könnte sich
kein Unternehmen leisten.
11.
Warum nur maximal 1.200 Stunden
Jahresarbeitszeit? Was ist z.B. mit unentbehrlichen Mitarbeitern?
Die Arbeitgeber
werden motiviert, überflüssige Arbeitnehmer
nicht nur als Ballast auf den Gehaltslisten mitzuschleppen und in
sinnlosen
Pseudo-Jobs versauern zu lassen (wie z.B. beim
Telekom-Mitarbeiterparkplatz
„Vivento“, das nicht zufällig den
Spitznamen „Wie wenn tot“ trägt).
Stattdessen
liegt es nun im Interesse der Arbeitgeber, sich aus der
Abhängigkeit von
wenigen Leistungsträgern zu befreien, indem sie
möglichst vielen Mitarbeitern
möglichst brauchbare Weiterbildungs-Qualifikationen
ermöglichen. Aus
Arbeitnehmersicht hat die Regelung u.a. folgende Konsequenzen:
Hochgefragte
Spezialisten könnten z.B. 20 Wochen lang 60-Stundenwochen
durchziehen – dann
sind die 1.200 Stunden voll, und sie haben 32 Wochen bezahlten Urlaub.
Eine
weitere Konsequenz sind „umgekehrte Sickereffekte“.
Sozusagen als Umkehr des
nach unten gesickerten taxifahrenden Akademikers erreichen nun sehr
viele
Arbeitnehmer Arbeitsplätze, die bisher unerreichbar waren.
Insgesamt bedeutet
die Regelung, daß die dramatisch verkürzte (und dank
Rationalisierung immer
weiter sinkende) Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich
möglichst gleichmäßig
verteilt wird. Streß wird minimiert, niemand arbeitet mehr
als 30 Wochenstunden
(bei 12 Wochen Jahresurlaub), und das Wichtigste tritt in den
Vordergrund: Das
Privatleben.
Die
Arbeitszeit-Begrenzung ist kein Muß, sondern eine Option, die
umgesetzt werden sollte,
sofern
der „Vivento-Effekt“ zu große
Ausmaße annimmt und eine
2-Klassen-Arbeitnehmerschaft aus echten und Pseudo-Jobs zu entstehen
droht.
Natürlich könnte man auch die
Arbeitszeit-Begrenzungen je nach Branche
spezifizieren.
Wichtig: Die
Arbeitszeitbegrenzung gilt nur für Arbeitnehmer.
Unternehmens-Eigentümer (ab einer Beteiligung von z.B. 2%)
können beliebig
lange arbeiten, ohne die Arbeitsplatzprämien zu
gefährden.
12.
Der Arbeitsmarkt dreht sich also um 180° in ein
Arbeitnehmer-Paradies?
Ja. Arbeitgeber
werden die Arbeitnehmer umwerben müssen – und seien
sie noch so unqualifiziert
oder unflexibel. Dieser Wettbewerb findet
hauptsächlich über die Gehälter
statt. Ein Jahresgehalt von 40.000 € ist die absolute
Untergrenze. Die
Durchschnittsgehälter werden deutlich darüber liegen.
Statt wie bisher
lediglich Gehälter zu zahlen, die knapp über der
Motivationsgrenze der Arbeitnehmer
liegen, um nicht zu Hause zu bleiben oder woanders zu arbeiten, werden
sich die
Gehälter künftig an der Obergrenze dessen bewegen,
was der Lohnkostenanteil an
den erzielbaren Produktpreisen hergibt. Desweiteren werden die
Arbeitsbedingungen in bisher unvorstellbarem Ausmaß an die
Arbeitnehmer
angepaßt. Nun ist es an den Arbeitgebern,
Flexibilität zu zeigen hinsichtlich
Arbeitszeiten, Kinderbetreuung, Betriebsklima, usw.
Altersdiskriminierung und
Mobbing kann sich kein Unternehmen mehr leisten. Stattdessen wird es
seine
Mitarbeiter an sich binden müssen, da die Gewinnung neuer
Mitarbeiter in einem
leergefegten Arbeitsmarkt weitaus schwieriger und teurer ist.
Alle
Unternehmen, die
in Deutschland etwas verkaufen wollen, werden weniger Mitarbeiter
beschäftigen,
als sie sich leisten können, aber mehr, als sie
benötigen.
13.
Wie kann man
einen Arbeitnehmermangel vermeiden?
Das
Bandbreitenmodell kann durch seine Stellschrauben sehr
schnell an neue Ziele und Situationen angepaßt werden. Die
Stellschrauben sind:
1. die
Untergrenze der Umsatzsteuer,
2. deren
Obergrenze,
3. die
Staffelung der Arbeitsplatzprämien,
4. die
Gehaltsvoraussetzungen (siehe Frage 10),
5. die
Arbeitszeitvoraussetzungen (siehe Frage 10),
6. die
Differenzierung nach Produktgruppen oder sogar
einzelnen Produkten (was aber eine seltene Ausnahme bleiben wird) und
7. (optional)
die Gestaltung einer „Vorproduktumsatzsteuer“,
um zu verhindern, daß Lieferantenketten verkürzt
werden, um Steuern zu sparen
(als Ersatz für den abgeschafften Vorsteuerabzug der MwSt.).
Das Ziel
muß die Balance sein, auf dem Arbeitsmarkt immer
einen leichten Unterdruck zugunsten der Arbeitnehmer zu erhalten, ohne
die
Arbeitgeber zu überfordern. Diese Gefahr besteht aber bei
weitem nicht. Selbst
bei 45 Mio. Arbeitnehmern und einem Durchschnittsjahresgehalt von
50.000 €
netto würden die Lohnkosten von heute 53% auf 38% des Umsatzes
sinken, weil die
zusätzliche Kaufkraft zu zusätzlichem Umsatz wird und
die Lohnkosten
überkompensiert.
14.
Wie
kann man hohe Gehälter in Branchen zahlen,
deren Preisniveau zu gering ist?
Bei
Niedriglöhnen ist zunächst nach der
Preisempfindlichkeit
der Kundengruppen zu unterscheiden. Unternehmen können
höhere Preise für bisherige
Billig-Arbeit meist leicht in der Gesamtkalkulation unterbringen,
sofern alle
anderen Unternehmen der gleichen Branche dies auch tun müssen.
Diese
Gleichbehandlung ist beim Bandbreitenmodell garantiert. Am
preisempfindlichsten
sind Privatkunden bei privaten Dienstleistungen. Wenn man in einer
preisempfindlichen
Niedriglohnbranche deutsche Arbeitnehmer (oder Menschen mit deutscher
Arbeitserlaubnis) beschäftigen will, sind 2 Aufgaben zu
lösen:
Erstens sind
Preise, mit denen hohe Gehälter finanziert
werden können, oft nicht durchsetzbar. Nehmen wir als
Extrembeispiel für
Niedriglöhne das Friseurhandwerk. Friseurgesellen verdienen
2007
durchschnittlich rd. 1.400 € brutto und kosten den Arbeitgeber
(incl.
Lohnnebenkosten) 1.698 € monatlich. Netto kommen nur 981
€ beim Friseurgesellen
an (siehe Gehaltsrechner unter sueddeutsche.de). Der Arbeitgeber
muß also
monatlich pro Gesellen 1.698 € zzgl. Deckungsbeitrag
für sonstige Kosten
(Miete, Material, etc.) und Gewinn erwirtschaften. Durch das
Bandbreitenmodell
verdient jeder Vollzeitarbeitnehmer nun mindestens 40.000 €
jährlich (siehe
Frage 10), also 3.333 € monatlich (brutto = netto, incl.
privater
Rentensparsumme, siehe Frage 16) und kostet seinen Arbeitgeber auch
nicht mehr
als sein Nettogehalt. Wie kann man doppelt so hohe Lohnkosten
erwirtschaften?
Entweder (da Miete und andere Fixkosten gleich bleiben) durch ca.
70-80% höhere
Preise (was nur selten durchsetzbar wäre). Oder man
muß Niedrigpreis-Arbeit
subventionieren. Subventionen sind nicht grundsätzlich
schlecht. Es kommt immer
darauf an, was und wie man subventioniert (Bildung, Kinderbetreuung,
etc.). Im
Bandbreitenmodell werden ohnehin alle Arbeitsplätze
subventioniert.
Niedrigpreis-Arbeit kann man subventionieren, indem man
Privatkunden-Umsätze in
Branchen wie dem Friseurhandwerk (oder auch z.B. bei der
Gebäudereinigung)
überhaupt nicht besteuert und das Bandbreitenmodell
überhaupt nicht anwendet.
Dann könnten die Preise für Billig-Dienstleistungen
im Vergleich zu heute sogar
erheblich sinken (Steuerfreiheit, keine Lohnnebenkosten mehr). Aber
selbst das
würde das Problem nicht lösen, denn nun kommt die 2.
o.g. Aufgabe hinzu:
(Potentielle)
Friseurgesellen, Reinigungskräfte etc. werden
sich fragen: „Warum soll ich dort für 1.400
€ netto arbeiten, wenn ich in
anderen Branchen (zu denen nun jeder viel leichter Zugang bekommt) mehr
als das
Doppelte verdienen kann?“ Infolgedessen würde man
keine inländischen
Arbeitnehmer mehr für Billig-Dienstleistungen finden. Die 2.
Aufgabe ist also,
Billig-Dienstleistungen aus Arbeitgebersicht konkurrenzfähig
gegenüber anderen
Branchen zu halten. Dies erreicht man durch ein Kombi-Modell.
Arbeitnehmer „X“
läßt sich als „abwesende
Arbeitnehmer“ (siehe Frage 10) auf die Gehaltsliste
eines beliebigen anderen Unternehmens „Y“ setzen
und erhält von Y 2.000 €. Der
Billig-Dienstleistungs-Arbeitgeber „Z“ zahlt ihm
gleichzeitig 1.500 €.
Arbeitnehmer X erhält also 3.500 €, Unternehmen Y
setzt X von der Umsatzsteuer
ab und Arbeitgeber Z hat einen
Arbeitnehmer, der 3.500 € verdient und ihn nur 1.500
€ kostet.
Hinzu kommt:
Die Kaufkraft der einzelnen Privatkunden steigt
um über 60%. Die Zahl der gut bezahlten
Erwerbstätigen steigt auf mindestens 45
Mio. Konsumenten. Die Gesamtkaufkraft der Privatkunden
(Gehälter, Renten und
Selbständigeneinkommen) steigt um ca. 1,7 Billionen
€. Deshalb werden sämtliche
Dienstleistungen viel öfter in
Anspruch genommen. Um beim Beispiel Friseurhandwerk zu
bleiben: Statt alle
10 Wochen geht man z.B. alle 4 Wochen zum Friseur und kann es sich
leisten, bei
jedem Besuch wesentlich mehr Geld für umfangreichere
Leistungen auszugeben.
15.
Steigen
durch die höhere Umsatzsteuer und die
zusätzlichen Mitarbeiter die Preise?
Hinter
dieser Frage steht meist der Wunsch, daß alles
möglichst
billig sein soll, aber: Für zu niedrige Preise müssen
wir
einen zu hohen Preis zahlen - Massenarbeitslosigkeit und
Niedriglöhne. Je niedriger die Preise sind, desto geringer ist
der
Spielraum für Löhne. Wir befinden uns in einer
Abwärtsspirale. Im Kampf um die sinkende Kaufkraft
der
breiten Masse der Bevölkerung sind die meisten Unternehmen
gezwungen, so billig wie möglich zu sein. Dazu müssen
sie
ihre Kosten senken - vor allem die Lohnkosten. Mit sinkenden
Löhnen sinkt die Kaufkraft noch weiter, die Preise
müssen
weiter sinken, und die Lohnkosten müssen noch weiter sinken,
usw.
In der Automobilindustrie liegt der Lohnkostenanteil bei rd. 15% des
Umsatzes, bei den Lebensmitteldiscountern bei nur 6,9%. Von 100
€
Umsatz gehen nur 6,90 € an Arbeitnehmer - brutto. Das ist
absurd
wenig. Kein Wunder, daß in solchen Branchen niemand von
seinem
Einkommen wirklich leben kann.
Zu niedrige Preise verhindern Wohlstand. Mit dem Bandbreitenmodell
verschaffen wir uns den Spielraum für eine Beteiligung der
Arbeitnehmerlöhne am Umsatz (Lohnquote) von mindestens 32%,
wahrscheinlich 40% (siehe Frage 20).
Das ist für kein Unternehmen ein Problem, da für alle
Unternehmen der gleichen Branche (incl. der Importeure) die gleichen
Bedingungen gelten (Mindestlöhne, Arbeitszeiten,
Umsatzsteuersätze), die Gehälter durch die
Umsätze
finanziert werden und die Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang der
Kunden an das Finanzamt überwiesen werden muß.
Welche Wirkung hat das Bandbreitenmodell nun auf die Preise? Dazu
muß man grundsätzlich fragen: Warum sind Preise
für ein
und dasselbe Produkt in verschiedenen Märkten/Ländern
unterschiedlich teuer? Weil Anbieter in jedem Markt nehmen, was der
Markt hergibt. Aus diesem Grund sind praktisch alle
Konsumgüter in
der Schweiz teurer als in Deutschland, Mieten in München
höher als in Berlin und Benzin vor Ferienbeginn immer teurer
als
nach den Ferien. Warum sind identische Güter in der 3. Welt
billiger als in den Industrienationen? Weil der Markt dort keine
höheren Preise hergibt.
Mit dem Bandbreitenmodell gibt
einerseits die Kaufkraft höhere Preise her.
Andererseits verbessert sich die Kalkulationsgrundlage der Unternehmen
(vor
allem bei Dienstleistungen) u.a. aufgrund der steuerfreien Gewinne, der
abgeschafften
Lohnnebenkosten und der weitaus höheren Umsätze so
sehr, daß (in einem
kompetitiven Markt wie dem deutschen) trotz einer höheren
Umsatzsteuer und
zusätzlicher Mitarbeiter die Preise wahrscheinlich leicht
sinken könnten.
Exportprodukte können sogar um 38% billiger angeboten werden.
Bei
Billigprodukten werden die Preise erheblich steigen (was auch
beabsichtigt ist, siehe oben), bei teuren Produkten weniger. Wie auch
immer die Preise
steigen sollten, liegt es in jedem Fall in erheblich unter den
Gehaltssteigerungen. Relevant sind im Übrigen nicht die
Preise,
sondern die gesamten Lebenshaltungskosten, also auch Miete, Energie,
Müllgebühren, Wasserpreise und weitere
Kostenfaktoren, deren
Preise zu einem erheblichen Teil von der Politik gesenkt
werden können.
Entscheidend ist bei Preisen und Lebenshaltungskosten nur der
Maßstab, den wir aus Geschichtsbüchern kennen: Wie
lange
muß man für ein Ei, ein Kilo Brot, ein Auto oder
eine
Monatsmiete arbeiten? Und diese Zeit sinkt im Bandbreiten- modell
drastisch, weil die Gehälter stärker steigen als die
Preise /
Lebenshaltungskosten. Der Wohlstand steigt also in jedem Fall.
16. Kann man das heutige Steuer- und Sozialversicherungssystem beibehalten?
Das alte Steuersystem könnte man beibehalten. Aber wozu? Es ist schädlich, Arbeit zu besteuern, weil sie das nur unnötig verteuert. Sinnlos ist auch die Besteuerung von Gewinnen, weil sich diese im internationalen Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern leicht umgehen lassen. Siehe http://www.selectiv-verlag.de/Kapitel_3_1_2.html
Das heutige Gesundheitssystem ist ebenfalls durch und durch fehlkonstruiert (siehe Frage 17). Warum sollte man es so lassen, wie es ist?
Es ist auch nicht sinnvoll, unser fehlkonstruiertes Rentensystem beizubehalten, das längst bankrott ist und nur durch Mittel aus dem verschuldeten Staatshaushalt künstlich erhalten wird. Mehr dazu z.B. unter www.ddp-partei.de/rentenfakten
Das heutige
Rentensystem wird also abgewickelt. Alle heutigen und
baldigen Rentner erhalten (durch die Umsatzsteuer finanziert) eine
Mindestrente
von monatlich 1.500 € (Alleinstehend) bzw. 2.500 €
(Paar) netto. Heute höhere
Renten bleiben gleich hoch. Die 2006 eingeführte Besteuerung
von Renten, Zinsen,
Mieteinkünften etc. wird wieder abgeschafft.
Die
„Deutsche Rentenversicherung Bund“ (DRB, ehemals
BfA)
bietet einen Aktienfonds an, in den alle Erwerbstätigen
(künftige Rentner) 10%
ihres Einkommens auf ihr eigenes privates Konto in einen Fondssparplan
einzahlen können – wenn sie es wollen. Und sie
werden es wollen, denn die
sicheren und konkurrenzlos gut verzinsten Spargelder bleiben ihr
Eigentum,
werden in Monatsraten ausbezahlt und sind voll vererbbar. Die DRB
arbeitet ohne
Verwaltungsgebühren, Ausgabe- oder
Rücknahmeaufschläge, so daß die Renditen zu
100% bei den Sparern ankommen.
Allerdings gibt
es ein Problem beim massenhaften
Fondssparen: Wohin mit dem Geld, wenn alle Menschen dem Rat der
Experten folgen
und Aktien kaufen? Bei einer Sparrate von 10% wären (je nach
Aktienkursen) nach
spätestens 5-7 Jahren alle deutschen Aktien aufgekauft, in ca.
26 Jahren
könnten deutsche Rentensparer alle US-Aktien aufkaufen.
Langfristige Folge: Die
Verzinsung sinkt proportional zu den Anteilen am Gesamtfonds.
Deshalb wird das wichtigste Standbein in lebenslangen Erwerbseinkünften liegen. Dabei legt jeder Mensch selbst fest, ab wann er sein Beschäftigungsmodell wechseln will, also z.B. von max. 1.200 Jahresstunden auf max. 600 Jahresstunden und schließlich als „abwesender Arbeitnehmer“ auf 0 Arbeitsstunden wechseln will (siehe Frage 10). Das Ergebnis sind Alterseinkünfte, die als Kombination aus „abwesender Arbeit“ und Fondsauszahlungen bei einem mehrfachen der zu erwartenden Renten des heutigen gesetzlichen Rentensystems lägen. Mehr zum Sozialstaat unter Frage 21.
17.
Wie
finanziert sich das Gesundheitssystem ohne
Kassenbeiträge?
Das
Gesundheitssystem wird um den
Anbieter „Staatliche Privatkrankenversicherung“
(SPKV) erweitert – eine beitragsfreie
Vollkaskoversicherung mit
einer Eigenbeteiligung von maximal 10% eines Jahreseinkommens.
Was über die
10%-Grenze hinausgeht, wird (durch die Umsatzsteuer finanziert) aus dem
Staatshaushalt zugeschossen. Die Verwaltungskosten der SPKV sowie ggf.
Trägerschaften
medizinischer Einrichtungen finanziert ebenfalls der Staatshaushalt.
Wer in
einem Jahr nicht zum Arzt geht, zahlt
also überhaupt nichts und ist dennoch krankenversichert.
Das
Gesundheitssystem hat kein Einnahmen-, sondern ein
Ausgabenproblem, dessen Ursache vor allem darin liegt, daß
weitestgehend
entmündigte Patienten weder die Informationen noch die
Motivation haben, um die
Kosten zu vermeiden, die sie selbst verursachen. Jeder SPKV-Versicherte
wird
deshalb vor einer Behandlung über Kosten und Alternativen
informiert und erhält
die volle Kostenkontrolle und damit die bestmögliche
Souveränität über die
Leistungserbringer (Ärzte, Kliniken, Apotheken). Da die
Patienten die ersten
Kosten medizinischer Leistungen selbst zahlen müssen, sind sie
nun motiviert,
diese Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Mit einer
bestmöglichen
medizinischen Versorgung für alle gibt es weder unversicherte
Menschen noch die
übliche Rationierung von Therapien (heute sterben
Geringverdiener durchschnittlich 9
Jahre früher als Besserverdiener) noch Patienten 2.
Klasse. Ärzte und
Pflegepersonal verdienen erheblich mehr bei erheblich kürzeren
Arbeitszeiten.
18.
Werden Innovationen und Automation durch das
Bandbreitenmodell aufgehalten?
Überhaupt
nicht. Zunächst einmal muß man Innovationen und
Automation unterscheiden. Die Automation
bezieht sich auf Produktionsprozesse,
während sich Innovationen
auf Produkte beziehen.
Die Automation
bekommt
neue Ziele. Statt menschliche Arbeitskraft aus Kostengründen
zu ersetzen und
die menschenlose Vollautomation anzustreben, wird die Arbeitswelt immer
ergonomischer werden müssen, weil die Arbeitnehmer die Auswahl
zwischen
unterschiedlich anstrengenden, gesundheitsgefährdenden und
stupiden Tätigkeiten
haben. Weiterhin wird die Automation unverzichtbar sein, um
kleine/präzise/massenhafte Produkte überhaupt
herstellen zu können. Auch aus
Kundensicht ist Automation unverzichtbar, sofern sie für immer
mehr Komfort
sorgt.
Innovationen erfolgen fast ausschließlich aus betriebswirtschaftlichen Motiven: Wer die Kaufkraft potentieller Kunden in eigene Umsätze umwandeln will, muß neue bzw. immer bessere Produkte anbieten. Da das Bandbreitenmodell die Kaufkraft extrem steigert, werden die Innovationen ebenso extrem angetrieben.
19. Warum ist
das
Bandbreitenmodell weder kapitalistisch noch sozialistisch?
Es ist nicht ganz kapitalistisch, weil nicht die Vermehrung von Kapital, sondern die Mehrung des Wohlstands aller Menschen das Ziel ist.
Es ist nicht sozialistisch, weil
- keine Planwirtschaft existiert. Die Unternehmen können produzieren und verkaufen was sie wollen, wie sie wollen, wo sie wollen, wann sie wollen, mit wem sie wollen, so viel sie wollen, zu selbst festgelegten Nettopreisen und zu gleichen Bedingungen innerhalb jeder Branche.
- nicht im sozialistischen Sinne bzw. im Nachhinein umverteilt wird. Alle Menschen haben zwar ein hohes Mindesteinkommen, aber es entsteht nicht durch Enteignung der Reichen, sondern durch eine faire Beteiligung der Arbeitnehmer an der eigenen Wertschöpfung.
- es die Ungleichheit hinsichtlich der Einkommen und Vermögen der Menschen zwar erheblich verringert, aber nicht beseitigt (ein akzeptables Maß Ungleichheit ist aus psychologischen Gründen bzw. zu Motivationszwecken unumgänglich).
- das Privateigentum der Menschen nicht berührt wird (das Bandbreitenmodell funktioniert sowohl mit privaten als auch mit verstaatlichten Unternehmen).
Sozial-istisch ist es allenfalls im Sinne von sozialer Gerechtigkeit und einer erheblichen Verbesserung der Chancengleichheit.
Ein
passender Begriff wäre die "dressierte soziale
Marktwirtschaft".
Verfechter einer wettbewerbsintensiven Marktwirtschaft
werden rätseln, ob sie sich über einen
weiteren
Wettbewerbsfaktor freuen sollen: Für die Unternehmen kommt zum
Wettbewerb um die meisten Kunden/Umsätze, die besten Produkte,
die
niedrigsten Kosten, die besten Standorte und die besten Mitarbeiter 1
Wettbewerbsfaktor hinzu - der Wettbewerb um möglichst viele
Mitarbeiter.
20. Wie hoch
ist die Lohnquote heute und im Vergleich dazu im Bandbreitenmodell?
Das
Statistische Bundesamt nennt in seiner volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung für 2007 "Arbeitnehmerentgelte" von
1.184
Mrd. €. 2007 lagen die
Sozialversicherungsbeiträge bei 476
Mrd. €.
Davon zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte. Die
Gesamtsumme aller Nettogehälter liegt also bei 946 Mrd.
€,
während die Arbeitgeber Bruttolohnkosten von
1.422 Mrd. € zu tragen hatten
In Pressemitteilung Nr. 105/2009 nennt das
Statistische Bundesamt (und das Bundesfinanzministerium) für
2007
umsatzsteuerpflichtige Umsätze von Unternehmen in Deutschland
in
Höhe von 5.148
Mrd. €.
Bezogen auf die
umsatzsteuerpflichtigen
Umsätze liegt die Lohnquote (Lohnkostenanteil am Umsatz) heute also bei durchschnittlich rd. 28%.
Im Bandbreitenmodell gibt es Mindestgehälter
für 4
Beschäftigungsarten: Azubis, "abwesende Arbeitnehmer",
Teilzeit
und Vollzeit (siehe Frage 10).
Jedes Unternehmen wird eine Belegschaft haben, die aus diesen 4 Beschäftigungsarten
gemischt ist. Um mit dem niedrigsten Umsatzsteuersatz für
seine
Produkte belohnt zu werden, benötigen Unternehmen (in den
meisten
Branchen) "8 Mitarbeiter pro Umsatzmillion" (siehe Frage 5).
Bei 10.000 € Mindest-Jahresgehalt für einen Azubi
sind das
80.000 € oder 8% Lohnkostenanteil auf 1 Umsatzmillion. 8
Vollzeit-Mitarbeiter mit einem Mindest-Jahresgehalt von je 40.000
€ bedeuten 320.000 € oder oder 32%
Lohnkostenanteil auf
1 Umsatzmillion. Tatsächlich werden im Bandbreitenmodell die
Durchschnittsgehälter - auch für gering
Qualifizierte -
erheblich über den Mindestgehältern liegen, weil die
Gehaltsfindung eher in Form einer Versteigerung abläuft:
Unternehmen werden sich gegenseitig überbieten, um ihre
Gehaltslisten mit Arbeitnehmern zu füllen und damit ihre
Umsatzsteuersätze drastisch zu senken. Eine weitere
Einflußgröße ist die Nutzung der
Stellschrauben des
Systems (siehe Frage 13)
- und das ist eine politische Entscheidung.
Exakte Prognosen sind ohnehin bei keinem Wirtschaftsmodell
möglich.
Was bleibt, ist eine bestmögliche Schätzung. Der
Autor des
Bandbreitenmodells schätzt die Lohnquote im Bandbreitenmodell
auf durchschnittlich 40%
des Umsatzes.
Das sind nur 12 Prozentpunkte mehr als heute. Zudem vertritt
das
Bandbreitenmodell die Philosophie, daß die Wirtschaft zum
Wohl
der Menschen da ist - und nicht umgekehrt (wie heute). Die Lohnquote
sollte daher so hoch wie möglich sein.
21.
Gäbe es noch einen Sozialstaat?
Selbstverständlich. Die Fragen 16 und 17 zeigen, daß Krankenversicherung (incl. Pflegeversicherung) und Rentensystem weiterhin existieren. Sie werden nur anders finanziert (siehe oben), während die Leistungen erheblich steigen.
Auch die Arbeitsagenturen werden weiter existieren. Das Einzige, was sich für sie ändert, ist die Umkehr von Angebot und Nachfrage. Das heißt: Statt Millionen von Arbeitsuchenden und wenigen bescheidenen Stellen bringen sie wenige Arbeitsuchende und Millionen offene Stellen zusammen. Die Arbeitsvermittlung läuft wie eine Art von Versteigerung. Welcher Arbeitgeber bietet die höchsten Löhne, die flexibelsten Arbeitszeiten, den meisten Urlaub, die kürzesten Wege, die beste Kinderbetreuung, usw.? Arbeitsvermittler zu sein ist im Bandbreitenmodell ein äußerst einfacher und dankbarer Job.
Der Sozialstaat arbeitet heute in völlig unzureichender Weise an den Symptomen sozialer Notlagen. Das Bandbreiten- modell beseitigt die Ursachen und verhindert, daß soziale Notlagen überhaupt entstehen.
22. Was
bedeutet der Name "Bandbreitenmodell"?
Die Antwort unter Frage 5 erläutert am Beispiel der Automobilindustrie, wie das Bandbreitenmodell funktioniert: In jeder Branche gibt es eine Umsatzsteuer, die sich in einer Bandbreite zwischen einem Höchst- und einen Mindest-Steuersatz bewegt. Im Umsatzsteuergesetz, Anlage 1, finden Sie diese Höchst- und Mindestsätze. Jedes Unternehmen hat es selbst in der Hand, seinen Umsatzsteuersatz durch eine hohe Beschäftigungsintensität (Verhältnis Mitarbeiter zum Umsatz) zu senken.
23. Warum
heißt das zugrunde liegende Buch "Die Geldlawine"?
Weil genau das der Effekt des Bandbreitenmodells ist: Es löst buchstäblich eine Lawine aus Geld aus:
- Unternehmen stellen mehr Menschen zu höheren Gehältern ein (siehe Frage 3)
- Alle Arbeitnehmer erhalten ihr Bruttogehalt als Nettogehalt (weder Sozialabgaben noch Steuern).
- Alle Gewinne sind steuerfrei.
- Rentner erhalten mehr als doppelt so hohe Renten.
- 1.-4. bedeuten: Viel mehr Kaufkraft
- Viel mehr Kaufkraft bedeutet: Viel höhere Umsätze der Unternehmen
- Viel höhere Umsätze bedeuten: Viel höhere Umsatzsteuereinnahmen
- 1.-7. bedeuten: Andere Nationen
wollen, müssen und können das Bandbreitenmodell
ebenfalls anwenden
24. Wer
trägt die Kosten des Bandbreitenmodells?
Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.”
Henry Ford
Das Bandbreitenmodell kostet den Staat keinen Cent. Die Arbeitsplatzprämien sind lediglich eine Steuergutschrift, die mit der Steuerschuld aus der Umsatzsteuer verrechnet werden. Unternehmen überweisen immer mindestens den Mindestsatz der Umsatzsteuer, die sie tatsächlich eingenommen haben, an das Finanzamt. Das Bandbreitenmodell kostet auch die Unternehmen keinen Cent. Im Gegenteil - durch die viel höhere Kaufkraft und die steuerfreien Gewinne (siehe Frage 23) erzielen Sie viel höhere Umsätze und Gewinne als heute. Die Unternehmen zahlen zwar die Gehälter der Arbeitnehmer aus. Finanziert werden die Gehälter aber nicht durch die Unternehmen, sondern durch die Produktverkäufe - wie heute auch (siehe Frage 20 und Zitat von Henry Ford).
Das Bandbreitenmodell finanziert sich zu 100% durch den Konsum - so, wie auch das heutige System zu 100% durch den Konsum finanziert wird.
25.
Wäre die EU mit dem Bandbreitenmodell einverstanden?
Das ist gleichgültig. Aber wenn sie die Interessen der Bürger vertreten würde: Ja. Denn bisher erreicht sie ihre Ziele nicht. Das liegt zum Einen daran, daß sie u.a. der auseinanderreißenden Schere zwischen Arm und Reich ratlos gegenüber steht. Und zum Anderen daran, daß die Entscheider in der EU andere Interessen verfolgen.
Ein grundsätzliches Problem für die EU wäre, daß das Bandbreitenmodell nur regional funktioniert: Wer Deutschen etwas verkaufen will, muß auch entsprechend viele Deutsche beschäftigen, wer Franzosen etwas verkaufen will, muß Franzosen beschäftigen, dto. mit Italienern, Polen, Spaniern, Briten, Dänen, Niederländern, Rumänen, usw.
Bürgern in Frankreich nutzt es nichts bzw. schadet es insgesamt sogar, daß Peugeots für den französischen Markt in der Slowakei produziert werden. Es ist auch nutzlos / insgesamt schädlich für Bürger aus Deutschland, wenn Autoreifen für den deutschen Markt in Rumänien produziert werden.
Wie sehr das Thema "Exporte" überschätzt und die damit verbundenen Nachteile unterschätzt werden, lesen Sie unter Kapitel 1.3.11. des Buches "Die Geldlawine": "Exporte lösen keine Probleme und schaffen Abhängigkeiten".
Ein Kritikpunkt der EU wird die Abschaffung der Gewinnbesteuerung sein (siehe Frage 3). Diese Kritik ist doppelt interessant. Erstens, weil die Besteuerung von Gewinnen völlig sinnlos ist (siehe Kapitel 3.1.2. des Buches die Geldlawine": "Schmarotzer und abgenagte Knochen"). Zweitens, weil in der EU ein Unterbietungswettbewerb der Nationen um die niedrigste Gewinnbesteuerung herrscht. Volkswirtschaften wie Irland, Estland, Lettland, Slowakei und Ungarn basieren auf der unfairen Unterbietung der Hochsteuerländer.
Und schließlich: Wenn die EU sich einer Lösung in den Weg stellt, mit der man Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne, Renten- kollaps, Staatsbankrotte, das Zinsproblem, den ewigen Wachstumszwang und vieles mehr beseitigen kann, verliert die EU die Untertützung ihrer Bürger und ihre ohnehin schwache Legitimation. Und Druckmittel gegenüber ihren Mitgliedsländern besitzt sie auch nicht. Siehe auch Kapitekl 7.2. des Buches "Die Geldlawine": "EU - Ballast oder Chance?".
Das sinnvollste, was die EU tun kann, ist das Bandbreitenmodell in allen EU-Ländern einzuführen.
Zur freien Kopie und Verteilung an möglichst viele Menschen. Für weitere Fragen senden Sie uns bitte eine Mail.